Schmidt 

Zur Erforschung der Sippenlinie Schmidt bin ich durch meine Mutter Anni Bredenkötter geb. Schmidt gekommen.

Begonnen hat meine Forschung bei der Dienstmagd Luise Schmidt, die in Spenge bei einem Großgrundbesitzer in Stellung war . Das ihr "Herr" auch der Vater ihres unehelichen Sohnes Karl August Friedrich Schmidt             *  16.08.1822  sein soll, lässt sich nicht beweisen und ist auch nur mündlich überliefert.

 

Karl August Friedrich Schmidt heiratete am 26.11.1854 in Bünde Anna Marie Ilsabein Frobieter,  * 22.12.1829 in Dreyen, Tochter von Johann Heinrich Frobieter und dessen Ehefrau Anna Katharine Oberhaus.

Karl August Friedrich und Anna Marie Ilsabein Schmidt sind die Stammeltern der großen Sippe Schmidt. Von ihren Kindern habe ich aber nur die Linie ihres Sohnes Johann Friedrich Wilhelm Schmidt, meines Urgroßvaters, erforscht.

Mein Urgroßvater Johann Friedrich Wilhelm Schmidt wurde am 20.07.1867 in Klein-Aschen (Taufregister Spenge 107/1867) geboren. Er heiratete  am 23.05.1890 in Bünde (StA. 44/1890) Anna Friederike Auguste Omansiek, *08.10.1886 in Hücker (Taufregister Spenge 119/1868), Tochter  von Johann Heinrich Omansiek und dessen Ehefrau Hanna Wilhelmine Kiel.

Ehepaar Wilhelm Schmidt und Friederike, geb. Omansiek ca. 1890

Das Ehepaar zog nach Südlengern und bekam zunächst eine Kötterstelle beim Bauern Böckelmann an der Brandhorststraße. Später wechselten sie in den Kotten von Bauer Trampe (Ecke  Südlengerstraße-Schimmelkamp). In diesem Kotten wurden auch die ehelichen Kinder  geboren.

Anmerkung:

Nach mündlicher Überlieferung hatte mein Urgroßvater Johann Friedrich Wilhelm Schmidt vor seiner Ehe ein Verhältnis mit einer anderen Frau aus Südlengern, die er auch heiraten wollte. Der Vater seiner Auserwählten war jedoch dagegen. Selbst als schon das zweite Kind unterwegs war, soll er zu Wilhelm gesagt haben: "Du kannst ihr noch so viele Kinder machen, heiraten darf sie dich trotzdem nicht!"  Bei der Familie bekannt geworden ist die Geschichte Jahre später. Als Wilhelms Sohn Paul in Südlengern eine Zigarrenfabrik hatte, war eine dieser Töchter (seine Halbschwester) bei ihm beschäftigt. Bei einem Streit soll sie ihm entgegnet haben: " Du kannst mir gar nichts sagen, du bist nämlich mein kleiner Bruder!"

 

Aus der Ehe von Johann Friedrich Wilhelm Schmidt und Anna Friederike Auguste Omansiek gingen  sechs Kinder hervor.             

Familienbild mit allen sechs Kindern

(vorn sitzend v. l.) Urgroßmutter Friederike, Anna Griese, Urgroßvater Wilhelm

(stehend v. l.) Paul Schmidt, Marie Jürgens, Wilhelm Schmidt, Ernst Schmidt , Lina Schulte

 

Kinder

Ehepartner Wohnort           

Anna Schmidt

* 05.05.1891 in Südlengern                 19.06.1984

Wilhelm Griese

* 30.06.1890

31.07.1960

Südlengern/Kirchlengern

Oberholzweg

Marie Schmidt

* 23.09.1893 in Südlengern                 11.05.1966

Hermann Jürgens

* 05.01.1889 in Bünde

  27.02.1956

Südlengern/Kirchlengern

Lehmbauweg

Ernst Schmidt

24.04.1896 in Südlengern 

15.03.1965

Marie Heckmann

* 11.04.1896 in Südlengern                 22.02.1961

Südlengern/Kirchlengern

Oberholzweg

Wilhelm Schmidt

* 05.09.1898 in Südlengern                 12.11.1968 in Herford

Christine Spreen

* 02.03.1900 in Tonnenheide 

04.05.1970 in Oelde

Südlengern/Bünde

Albert Schweizer Str. (Engerfeldweg)

Paul Schmidt

* 20.07.1901 in Südlengern 

08.09.1956

Karoline Meyer

* 12.06.1902

28.09.1995

Südlengern/Kirchlengern

Finkenbuschweg

Lina Schmidt

* 12.05.1904 in Südlengern

18.03.1976

Georg Schulte

* 29.01.1903 in Südlengern

26.11.1974

Südlengern/Kirchlengern

Brandhorststraße

 

Im Jahre 1912 baute die Familie ihr eigenes Haus am Finkenbuschweg in Südlengern. Der Familienvater arbeitete inzwischen, wie viele Südlengeraner, in der Zigarrenindustrie.

 

Mein Urgroßvater Johann Friedrich Wilhelm  Schmidt starb am 04.09.1922 in Südlengern. Seine Ehefrau Anna Friederike Auguste Schmidt, geb. Omansiek, überlebte ihn 21 Jahre. Sie starb  am 08.05.1943 in Südlengern.

 

 

Grabstätte Wilhelm und Friederike Schmidt, Friedhof Südlengern-Dorf.

 

Zu diesem Zeitpunkt war ich 5 Monate alt. Von ihren zahlreichen Urenkelkindern war ich das erste und einzige Urenkelkind, das sie noch erlebt hat. Meine Mutter erzählte mir, dass Uroma sich sehr gefreut hat, bei mir Pate zu sein.

 

 Hochzeitgesellschaft bei der Hochzeit  von Paul und "Linchen" Schmidt, 1930 vor dem Haus am Finkenbusch.

 

vl. Kinder  vorn: Otto Jürgens, Wilma Schmidt, Werner Schmidt, Erwin Schmidt, Ewald Schmidt

 

Reihe mit Brautpaar vl. :  Wilhelm Jürgens, Margarete Jürgens., Herrmann Jürgens, Marie Jürgens, geb. Schmidt, Friederike Schmidt, geb. Omansiek, Karoline Schmidt, geb. Meyer, Paul Schmidt, Mutter der Braut, Anna Griese, geb. Schmidt, Karl-Heinz Griese, Lina Schulte, geb. Schmidt, Erna Schmidt, Anni Schmidt.

 

hintere Reihe v.l. : Wanda Jürgens, Pastor Plate und Frau, Marie Schmidt, geb. Heckmann, Ernst Schmidt, Vater der Braut, Christine Schmidt, geb. Spreen, Wilhelm Schmidt, Bruder der Braut, Wilhelm Griese, Georg Schulte, Grete Schmidt, Bruder der Braut.

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Mein Großvater Heinrich Wilhelm Karl Schmidt, * 05.09.1898  in Südlengern, StA. Ennigloh 505/1898, 

12.11.1968 in Herford, StA. 946/1968, heiratete am 08.04.1919 in Ennigloh StA. 31/1919, meine Großmutter Dorothee Wilhelmine Christine Spreen, * 02.03.1900 in Tonnenheide, StA. Rahden 62/1900,  04.05.1970 im Krankenhaus Oelde (siehe auch Sippengeschichte Spreen).

 

Bei ihrer Eheschließung war die 1. Tochter Grete schon 3 Jahre alt. Die junge Familie bezog zunächst eine Mietwohnung  in Südlengern - Dorf, Nr.55, bevor sie  1928 ihr Eigenheim am Engerfeldweg (heute Albert-Schweitzer-Str. ) in Südlengern-Heide  Nr.336 beziehen konnte. 

 

 

Bauschein v. 08.07.1927

       

                                

Die Kinder Anni, Erwin und Ewald wurden in der Mietwohnung geboren. Lediglich der Nachzügler Hans kam im eigenen Haus zur Welt.

Inzwischen arbeitete Wilhelm als Kistenmacher bei der Zigarrenfirma Heinecke in Kirchlengern. Nach dem 1. Weltkrieg hatte er einige Zeit in einer Kohlenzeche im Ruhrgebiet gejobbt.

 

Aus der Verbindung meiner Großeltern gingen fünf Kinder hervor:

   Kinder                  Partner      Wohnort
Grete Schmidt 

* 27.03.1916   02.02.2005

    Helmut Gesemann

* 21.07.1915   29.10.1994

   Südlengern,

 Minden-Weseler -Weg 652a

  Anni Schmidt

* 17.10.1919   17.07.1998

   Gustav Bredenkötter

   * 25.01.1909   18.08.1990

   Südlengern,

Minden-Weseler-Weg 605

   Erwin Schmidt

* 27.06.1923   23.12.1953

- - -    Südlengern,

Engerfeldweg 383

   Ewald Schmidt

* 12.02.1925   23.03.2008

Irma König

   * 17.10.1926   10.02.2010 

 Löhne

Falschheide Nr. 175

Hans Schmidt

* 02.04.1934   23.06.1980

Hildegard Niemann

   * 22.06 1933   26.06.2011

Südlengern,

Engerfeldweg 383

 

 Familienbild Christine und Wilhelm Schmidt mit ihren Kindern (v.l.) Erwin, Grete, Hans, Anni und Ewald.

 

Nach Beendigung seiner Kriegszeit und der Gefangenschaft (2. Weltkrieg) war mein Großvater Wilhelm Schmidt bis zu seinem Rentenalter als Werkmeister bei der Zigarillos- Spezial-Fabrik Schmidt und Cibos (die zur Hälfte seinem jüngeren Bruder Paul gehörte) beschäftigt. Meine Großmutter Christine hatte, wie fast alle Frauen in Südlengern, ebenfalls Zigarrenrollen gelernt. Sie übte diese Tätigkeit neben Hausarbeit und Kindererziehung in Heimarbeit aus. Sie brachte es aber nie zu solcher Perfektion wie später  ihre Tochter Grete.

 

Großvaters großes Hobby waren seine Ziegen (die Kuh des kleinen Mannes). Jahrelang war er Zuchtwart im Ziegenzucht -Verein. Ich kann mich gut erinnern, dass um die Osterzeit immer kleine Lämmchen auf der Wiese herumliefen.

In der schlechten Zeit waren die Ziegenmilch und die Ziegenbutter, die meine Großmutter herstellte, eine willkommene  Ergänzung des Speiseplans.

 

  

Ziege Gerda mit Hans Schmidt und Christel Bredenkötter

Anmerkung;                                                                                                                             

Die Silberhochzeit meiner Großeltern 1944 fiel in die Zeit der Lebensmittelknappheit. Da sie schon keine große Hochzeitsfeier hatten, war es ihr großer Wunsch, ihre Silberhochzeit gebührend zu feiern. Monatelang wurden  Lebensmittelmarken angespart und Sachen getauscht, damit es an ihrem Ehrentage an nichts fehlen sollte. Außerdem ließ mein Großvater eine seiner geliebten Ziegen schlachten. Aus dem Fleisch wurde ein (wie man mir erzählte) köstliches Gulasch hergestellt. Alle griffen herzhaft zu. Einer der Gäste, der bekannt für seine Empfindlichkeit in Bezug auf sein Essen war, lobte das Gulasch besonders. Da ritt einen meiner Onkel der Teufel und er fragte: " Onkel weißt du, welches Tier du eben gegessen hast? Das war Papas Gerda  "Mäh, mäh !" Alle waren schockiert, doch der Gast antwortete: "Ja mein Junge, hätte ich das gewusst, hätte ich vielleicht nichts davon gegessen, aber jetzt muß ich noch einmal betonen, es schmeckte wirklich köstlich!"

 

Die Familie pflegte untereinander guten und regen Kontakt. Alle Familienfeiern wurden gemeinsam begangen. Jeweils der 1. Oster- und Weihnachtstag wurde traditionell bei meinen Großeltern gefeiert.

Überhaupt habe ich die  Ehe meiner Großeltern, soweit ich dies als Kind und Jugendliche beurteilen konnte, als sehr harmonisch wahrgenommen. Sicherlich haben sie es in ihrem Leben nicht leicht gehabt und viele Höhen und Tiefen erlebt, immer in Fürsorge um ihre große Familie.

Ich selbst habe meinen Großvater als einen sehr verständnisvollen und geradlinigen Mann geschätzt und an meine Großmutter Christine habe ich viele liebevolle Erinnerungen.

 

Anmerkung:

Ostern bei Oma und Opa ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Während die Männer und Kinder einen Spaziergang durch den nahe gelegenen Doberg machten, kochten und färbten die Frauen ca. 100 bis 120 Eier, die wir dann anschließend suchten und zum Abendessen verspeisten. Das Timing war besonders wichtig, denn wir liebten die Eier warm und weich gekocht. Wir durften essen soviel wir wollten, einzige Bedingung war, zu jedem Ei mindestens eine viertel Scheibe  Brot zu verzehren. Bei einem regelrechten Wettessen hat mein Cousin Hartmut Gesemann in einem Jahr einmal 17 Eier verschlungen.

 

     

Osterspaziergang im Doberg. (v.l). Ewald und Irma Schmidt, Opa Wilhelm mit Horst Bredenkötter, Anni Bredenkötter, Oma Christine, Gustav Bredenkötter, Grete und Helmut Gesemann. (sitzend: Christel Bredenkötter und Hans Schmidt)

 

Der Wunsch meiner Gr0ßeltern, noch gemeinsam ihre Goldene Hochzeit zu feiern, ging leider nicht in Erfüllung. Fünf Monate vorher, am 12. November 1968, verstarb mein Großvater Wilhelm Schmidt im Krankenhaus Herford im Alter von 70 Jahren an Alters -Tbc.

Zu seiner großen Freude hatte er 9 Monate vorher die Geburt meines Sohnes Stefan Struckmeier, seines ersten Urenkelkindes erlebt, und war sehr dankbar, dessen Patenschaft übernehmen zu dürfen.

 

18 Monate später, am 4. Mai 1970, folgte ihm meine Großmutter ebenfalls im Alter von 70 Jahren. Sie starb im Krankenhaus Oelde an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls.

 

Oma Christine und Opa Wilhelm Schmidt

 

 

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Tochter Grete Schmidt

 

Meine Tante Grete Schmidt war das intelligenteste Kind meiner Großeltern. Schon in den ersten Schuljahren brachte sie herausragende Leistungen. Nach Aussagen meiner Mutter Anni haben ihre Lehrer mehrmals versucht, meinen Großvater zu überzeugen, das angebotene Stipendium für Grete anzunehmen. Leider sah er sich gezwungen, dieses abzulehnen, da die Familie gerade erst gebaut hatte und er die Gleichbehandlung der anderen Kinder nicht garantieren könne. Außerdem müsse Grete auf der Oberschule bessere Kleidung tragen, um nicht als "Arme- Leute- Kind" dazustehen. Die  finanzielle Lage der Familie ließ zu dem Zeitpunkt keine Extra-Ausgaben zu.

 

Nach der Schulentlassung erlernte Grete das Zigarrenmacher-Handwerk bei der alteingesessenen Firma Steinmeister und Wellensiek. Ihre Vorgesetzten ermunterten sie an den Berufswettkämpfen teilzunehmen. Nachdem  sie es ein paar Mal bis fast an die Spitze gebracht hatte, gelang ihr im Jahre 1937 der Durchbruch. Sie wurde in Berlin Reichssiegerin. Sie wurde bejubelt und gefeiert. Es gibt Bilder, die sie mit den damaligen Parteigrößen  und dem Führer Adolf Hitler auf Empfängen zeigen.

                                           

 

Reichssiegerin Grete Schmidt wird in Berlin von Adolf Hitler empfangen und gratuliert.

 

Bei ihrer Rückkehr wurde sie unter großer Anteilnahme von Familie, Arbeitskollegen, Freunden, den Honoren der Stadt und der Bevölkerung vom Bünder Bahnhof abgeholt und in einer offenen Limousine durch die mit Girlanden geschmückte Stadt geleitet.

 

Bilder vom Empfang in Bünde

 

 

 

 

 

 

Großmutter Friedericke (3 v.l.) und Mutter Christine (4 v.l.) mit Verwandten beim Empfang auf dem Bünder Bahnhof.

 

Verbunden mit ihrer Ehrung waren zahlreiche Reisen und Vorträge die sie halten musste. Einen Studienplatz zur Ausbildung zur Gewerbelehrerin lehnte sie leider ab, weil ihr Freund und späterer Ehemann dies nicht wollte. Nachdem der größte Rummel sich gelegt hatte, bildete ihre Firma sie intern zur Bürokraft aus. Sie blieb dort bis zur Geburt ihres einzigen Sohnes Hartmut.

 

Anmerkung:

Eine Bilder- Serie von Grete Schmidt hing Jahrelang im Bünder Tabakmuseum. Da aber auch Fahnen und Symbole des 3. Reiches zu sehen waren, wurde sie später unauffällig entfernt. Durch großen Zufall gelang das Bild 1992 in meine Hände, wo es sich heute noch befindet. Im Jahre 2003, bei ihrem letzten Besuch in unserem Haus (meinem 60. Geburtstag) ,habe ich meiner Tante dieses Bild gezeigt und alte Erinnerungen wachgerufen.

 

 

Grete Schmidt heiratete  am 20.Dezember 1941 den Maler und damaligen Soldaten Helmut Gesemann.               

 

 

Erst nach seiner Rückkehr  aus der Kriegsgefangenschaft bezog das junge Ehepaar 2 Zimmer im Hause meiner Großeltern . Helmut wurde als Busfahrer beim EMR angestellt. Am 24.07.1950 wurde ihr einziger Sohn Hartmut geboren.

Hartmut Gesemann

 

Die Wohnlage war sehr beengt. Deshalb sparten die Eheleute auf ein eigenes Haus. Grete  besserte das Einkommen durch Heimarbeit (Zigarrenrollen) auf. Im  Jahre 1953 konnten sie ihr Eigenheim an der Mindener Str. in Südlengern beziehen. Auch hier stand in der Wohnküche der Zigarrenmachertisch. Grete gönnte sich nie Ruhe. In ihrer knapp bemessenen Freizeit bestrickte sie, solange Augen und Hände es zuließen, ihre Familie und die nächsten Verwandten.

 

Bis zum Sommer 2004 lebte Grete in ihrem Haus. Inzwischen waren am 29.10.1994 ihr  Ehemann und am 14.10.1999 ihr Sohn verstorben. Als sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr  allein sein konnte, zog sie schweren Herzens ins Jacobi - Altenheim  nach Bünde. Grete Gesemann, geb. Schmidt, starb am 02.02.2005.

 

In dem 2001 erschienenen Buch zur 850 Jahrfeier Südlengern  wird  Grete Gesemann, geb. Schmidt auf Seite  334 in einem kleinen Bericht erwähnt.

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     Tochter Anni Schmidt

 

Meine Mutter Anni Schmidt wurde am 17.10.1919 in Südlengern Nr. 55 geboren. Sie besuchte die Volksschule Südlengern - Dorf.  1928, nach dem Umzug ihrer Familie ins Eigenheim ( Südlengern 383) wechselte sie in die Schule Südlengern -Heide. Um Geld zu verdienen musste sie nach ihrer Schulendlassung das Zigarrenmacher - Handwerk bei der Zigarrenfirma Heinecke (bei der auch ihr Vater beschäftigt war) erlernen, obwohl sie lieber Schneiderin geworden wäre.

 

Anni Schmidt (1. Reihe. achte von rechts) mit ihren Arbeitskollegen der Firma Heinecke.

 

Am 10.01.1942 heiratete sie meinen Vater Gustav Bredenkötter. (siehe Sippenregister Bredenkötter

 

Ihre Kinder und Schwiegerkinder gedenken ihrem Großvater Wilhelm Schmidt (Kreisziegenzuchtwart) seit 1997 alljährlich mit ihrem Sippenausflug. Dazu haben sie sich T-Shirts und Sweatshirts mit Ziegenemblem anfertigen lassen.

 

Hier beim Sippenausflug 2002 in Bad Zwischenahn. (v.l.) Karin, Christel, Siegrun, Bärbel, Manfred, Klaus, Ulrich,

Ellen, Folker und Erhard.

 

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Sohn Erwin Schmidt

 

An meinen Onkel Erwin Schmidt kann ich mich nur als sehr kranken Mann erinnern, der im Haushalt meiner Großeltern lebte. Er war  nach seiner Schlosserlehre mit Ausbruch des 2. Weltkrieges zur Waffen SS gekommen (ob freiwillig oder eingezogen vermag ich heute nicht mehr festzustellen).  Mit Beendigung des Krieges setzte er sich nach Hause ab. Doch hier war er nicht sicher (ein Nachbar drohte ihn anzuzeigen), deshalb stellte er sich den Alliierten. Er kam in ein Internierungslager für ehemalige SS-Soldaten. Den Entbehrungen und Repressalien im Lager war sein ohnehin geschwächter Körper nicht gewachsen. Als er entlassen wurde, war er todkrank (Lungen TBC). In verschiedenen  Heilanstalten  (unter anderen Lengerich und Bad Lippspringe) versuchte man vergeblich, ihm zu helfen, er wurde nie wieder arbeitsfähig. Wenn es ihm gut ging, machte er sich im Haushalt nützlich, oder er knüpfte für Eltern und Geschwister  Gardinen, die es damals schlecht fertig zu kaufen gab. Doch immer öfter musste er wieder ins Krankenhaus. Hier lernte er die Krankenschwester Waltraut Fiedler kennen, mit der er sich am 22. Oktober 1952 verlobte.           

 

 

Seine Familie  war, wegen seiner Krankheit, nicht sehr begeistert darüber, doch Waltraut pflegte ihn liebevoll und hat ihm bestimmt seine letzte Zeit  erträglicher gemacht. Erwin starb am 23. Dezember 1953. Von Waltraut wurde nicht mehr viel gesprochen.

 

Anmerkung:

Als ich 1955 für 6 Wochen  wegen Diphtherie ins  Krankenhaus  Herford musste und keinerlei Besuch empfangen durfte, war Waltraut mein Lichtblick. Als Krankenschwester hatte sie die Möglichkeit mich heimlich zu besuchen. Oft hat sie mir kleine Geschenke mitgebracht.  Jahre später hat sie meiner Großmutter mitgeteilt, dass sie einen Schweizer geheiratet hat.

 

Waltraut Fiedler und Christel Bredenkötter

 

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Sohn Ewald Schmidt

Ewald Schmidt erlernte  nach seiner Schulendlassung den Beruf eines Drehers. Danach wurde er zur Reichsmarine eingezogen und war während des Krieges  U-Boot-Soldat.

Am 24.Oktober 1947 heiratete er seine Jugendfreundin Irma König  (die beiden Mütter des Brautpaares waren schon Schulfreundinnen) und zog mit ihr in deren Elternhaus nach Löhne-Falscheide.

Ewald Schmidt und Irma Schmidt geb. König

1948 wurde ihr einziges Kind Ingetraut Schmidt geboren.

Nachdem ihre Tochter geheiratet und das Elternhaus verlassen hatte, wollten sie sich wohnlich verkleinern. Im  Jahre 1971 bezogen sie ein kleines Reiheneigenheim in Löhne, Birkenweg 15. Inzwischen hatte Ewald die Meisterprüfung abgelegt und arbeitete als Meister bei der Firma Grohmann in Gohfeld.

Ewald und Irma Schmidt hatten das große Glück im Oktober  1997,  in guter Gesundheit, ihre Goldene Hochzeit feiern zu können. Damals waren  unter den zahlreichen Gästen auch noch seine Schwestern Grete und Anni. Doch danach begannen gesundheitliche Probleme. Ewald erlitt einen Schlaganfall von dem er sich körperlich zwar wieder erholte, der aber sein Sprachzentrum völlig zerstörte.

Trotzdem feierte Ewald 2005 und Irma 2006 ihren 80. Geburtstag mit vielen Verwandten, Freunden, Bekannten und Nachbarn. Bei ihrer Diamantenen Hochzeit, die das Ehepaar im Oktober 2007 ebenfalls noch groß feierte, war Ewald allerdings schon gesundheitlich gezeichnet.

Ewald Schmidt verstarb am 23.März 2008.  Er hinterließ  seine Ehefrau Irma, Tochter Ingetraut, Schwiegersohn Manfred, die Enkelkinder  Claudia, Ulrike, Christoph und Michael, sowie sein einziges Urenkelkind Beke.

Irma Schmidt verstarb am 10. Februar 2010.

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 Sohn Hans Schmidt

Hans Schmidt war das jüngste Kind meiner Großeltern und  wurde als Nachzügler  mehr als alle anderen  von Eltern und Geschwister verwöhnt. Er durfte auch als einziger eine weiterführende Schule besuchen. Nach seiner Schulentlassung machte er eine Kaufmannslehre bei der Zigarrenfirma Maschmann in Hiddenhausen. Da ihm die einengende Bürotätigkeit nicht zusagte, suchte er die Freiheit als Fernfahrer..

Hans Schmidt heiratete am 1. August 1957 in der Luther-Kirche Südlengern die Zigarrenarbeiterin Hildegard Niemann und zog mit ihr in sein Elternhaus.               

          

Aus dieser Ehe stammen die Kinder Susanne (* 1959), Dirk (* 1968) und Ralf (* 1969).

 Hans Schmidt starb  am 23. Juni 1980 im Alter von nur 46 Jahren an einem Herzanfall.

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© 2016 Christel Struckmeier, geb. Bredenkötter