Schröder

 

 

Vorwort:

Zum Schreiben der Sippenchronik Schröder bin ich über meine Großmutter Charlotte Schröder (06.08.1878 – 08.08.1940) gekommen, die leider vor meiner Geburt (23.05.1942) schon verstorben war. Sie heiratete meinen Großvater Friedrich Struckmeier am 24.10.1902 in Pr. Oldendorf und wohnte bis zu ihrem Tode in Offelten Nr. 31 (heute Pr. Oldendorf, Glockenweg 1). Um unnötige Wiederholungen vieler Daten und Namen zu vermeiden, verweise ich auf die Ausführungen in meiner Ahnenforschung Struckmeier.

 

Die Sippenchronik Schröder müsste eigentlich SCHNIER heißen!

 

Denn die Linie Schröder beginnt bei Karl Ludwig Schnier (geb. am 30.04.1782 in Vehlage) und seiner Ehefrau Maria Dorothea Schröder (geb. am 20.06.1782 in Fiestel), die am 06.02.1814 in Alswede heirateten.

 

Anmerkung:

Maria Dorothea Schröder war verwitwet und vorher mit Kurt Heinrich Hagemeister verheiratet, der einen frühen Unfalltod erlitt und mit dem sie keine Kinder hatte.

  

Der gemeinsame Sohn erhielt den Namen Karl Ludwig Schnier (wie sein Vater) und wurde am 06.06.1820 in Fiestel geboren. Vermutlich auf Wunsch seiner Mutter oder seiner Großeltern nahm er den Familiennamen SCHRÖDER an, damit der Hofname Schröder in Fiestel (nicht zu verwechseln mit dem Hof Schröder in Getmold) erhalten blieb. Am 20.09.1846 heiratete er in Alswede Lisette Friederike Charlotte Wilhelmine Finkemeier (geb. am 06.09.1825 in Hedem) und zog zu ihr nach Hedem.

Dort wurde am 04.01.1847 ihr Sohn Karl Georg Wilhelm Schröder geboren, der am 21.11.1873 in Pr. Oldendorf die Margarethe Luise Charlotte Kleine-Thase ehelichte und zu ihr auf den Hof Kleine-Thase, Getmold Nr. 38, einheiratete.

 

Stamm-Vater

Hochzeitstag

Stamm-Mutter

 Karl Ludwig Schnier

geb. 30.04.1782 in Vehlage

06.02.1814

in Alswede

 Maria Dorothea Schröder

geb 20.06.1782 in Fiestel

 

 Karl Ludwig Schnier

(später: Karl Ludwig Schröder)

geb. 06.06.1820 in Fiestel

 20.09.1846

in Alswede

 Lisette Friederike Charlotte Wilhelmine Finkemeier

geb. 06.09.1825 in Hedem

 

 Karl Georg Wilhelm Schröder

geb. 04.01.1847 in Hedem

 21.11.1873

in Pr. Oldendorf

 Margarethe Luise Charlotte

Kleine-Thase

geb. 26.09.1853 in Getmold

 

Karl Georg Wilhelm Schröder (04.01.1847 - 26.11.1930) und Ehefrau Margarethe Luise Charlotte Kleine-Thase (26.09.1853 - 17.07.1933).

 

Aus dieser Ehe gingen 7 Kinder (zwei Söhne und fünf Töchter ) hervor. Ihr Sohn Wilhelm Friedrich Schröder (01.10.1890 - 01.11.1915) war sehr intelligent und wurde zum Lehrer ausgebildet. Wegen seines Sprachfehlers (stotterte etwas) kam ein aktiver Schuldienst nicht zustande. Er wurde daraufhin schon als junger Mann Gutsinspektor in Halberstadt/Harz. Durch den 1. Weltkrieg wurde seine berufliche Karriere und sein Leben je beendet, da er bereits in den ersten Kriegsmonaten in der Nähe von Paris bei einer Gegenoffensive fiel.

 

Rufname

geboren  -  verstorben

Heiratsdatum

Ehepartner

Heinrich 29.07.1893 – 16.09.1953 14.10.1920 Nierhaus, Marie
Wilhelm 01.10.1890 – 01.11.1915 --- ---
Charlotte 06.08.1878 – 08.08.1940 24.10.1902 Struckmeier, Friedrich
Luise 07.02.1875 – 06.06.1949 27.05.1898 Stasing, Wilhelm
Klara 14.10.1885 – 25.01.1969 24.02.1911 Hegemeister, Karl
Lina 09.09.1888 – 24.12.1976 12.09.1912 Schwarze, Karl
Anna 03.08.1881 – 27.02.1969 23.05.1917 Ahlfeld, Hugo

 

        

Heinrich, Wilhelm und Charlotte Schröder

 

       

Luise, Klara, Lina und Anna Schröder

 

 

Die Hofgeschichte Getmold Nr. 38.

 

 

Anno 1912 + Anno 2006

(Heute: Pr. Oldendorf, Am Westerkamp 1, Kreis Minden-Lübbecke, NRW, Deutschland)

 

Friedrich Wilhelm Kleine-Thase (geb. am 03.12.1786 in Schröttinghausen) heiratete 18-jährig die 29-jährige Friederike Charlotte Gläsker (geb. am 17.09.1775 in Destel) am 24.12.1804 in Pr. Oldendorf. Beide waren bei dem Bauern Friedrich Wilhelm Möller (Getmold Nr. 38) in Stellung (Magd und Knecht).

 

Am 21.07.1807 gebar Friederike Charlotte Kleine-Thase ihren Sohn Christian Friedrich Wilhelm, der bei der Geburt auf den Namen Möller eingetragen wurde, da sein leiblicher Vater (urkundlich bestätigt) der Bauer Friedrich Wilhelm Möller war. Nach dessen Tod nahm Christian Friedrich Wilhelm den Namen Thase, später (weil der Kirchenbuchschreiber wahrscheinlich das "Kleine-" bei der Eintragung übersehen hatte)  Kleine-Thase an.

 

Anmerkung:

Der Bauer Friedrich Wilhelm Möller hat Friederike Charlotte Kleine-Thase während ihrer Ehe mit Friedrich Wilhelm Kleine-Thase geschwängert, um einen Erben zu haben. Es wird angenommen, dass Friedrich Wilhelm Kleine-Thase die Schwängerung seiner Ehefrau durch den Bauer Friedrich Wilhelm Möller (absprachegemäß?) toleriert hat, um später Besitzer des Hofes zu werden. Ob der Bauer Friedrich Wilhelm Möller ledig, verwitwet oder verheiratet war oder keine Kinder mit seiner Ehefrau zeugen konnte, ist von mir nicht erforscht worden.

 

Sollte er jedoch verheiratet gewesen sein, könnte auch bei ihm die Unfruchtbarkeit vorgelegen haben, und so wäre Friedrich Wilhelm Kleine-Thase der biologische Vater gewesen und Friedrich Wilhelm Möller der amtliche.

 

In Anbetracht des Altersunterschiedes zwischen Friedrich Wilhelm Kleine-Thase und seiner Ehefrau Friederike Charlotte (11 Jahre) könnte es auch so gewesen sein, dass Friederike Charlotte schon Jahre vor ihrer Ehe beim Bauer Möller in Stellung gewesen war und sexuelle Kontakte zu ihm aus Abhängigkeit (Arbeit, Wohnung u. Verpflegung) hatte. Dieses war zur damaligen Zeit keine Seltenheit. Da die Geburt ihres Kindes erst gut 2 ½ Jahre nach der Eheschließung erfolgte, ist aber die einvernehmliche Schwängerung durch den Bauer Möller anzunehmen. Die biologische Zeugung von Christian Friedrich Wilhelm Thase (später wieder Kleine-Thase) bleibt ein Geheimnis, dass die Eheleute Kleine-Thase mit ins Grab genommen haben.

 

Christian Friedrich Wilhelm Thase (später Kleine-Thase) heiratete am 15.3.1835 seine Nachbarin Annemarie Charlotte Kleine-Heemann (geb.14.2.1813 in Getmold Nr. 37). Aus dieser Ehe ging die Tochter Margarethe Luise Charlotte Kleine-Thase (geb. 26.9.1853 in Getmold) hervor, die am 21.11.1873 in Pr. Oldendorf den Colon Karl Georg Wilhelm Schröder (geb. am 4.1.1847 in Hedem) heiratete.

 

Stamm-Vater

Hochzeitstag

Stamm-Mutter

 Friedrich Wilhelm Kleine-Thase

geb. 03.12.1786 in Schröttinghausen

 24.12.1804

in Pr. Oldendorf

 Friederike Charlotte Gläsker

geb. 17.09.1775 in Destel

 

Christian Friedrich Wilhelm Möller

(später: Thase + Kleine-Thase)

geb. 21.07.1807 in Getmold

 15.03.1835

in Pr. Oldendorf

 Annemarie Charlotte

Kleine-Heemann

geb. 14.02.1813 in Getmold

 

 Margarethe Luise Charlotte

Kleine-Thase

geb. 26.09.1853 in Getmold

 21.11.1873 in Pr. Oldendorf mit

Karl Georg Wilhelm Schröder

geb. am 04.01.1847 in Hedem 

 

 

Mit ihm bewirtschaftete sie ihren elterlichen Hof Getmold Nr. 38, der in der Dorfgemeinschaft noch jahrelang Hof Möller/Kleine-Thase genannt und erst später als Hof Schröder Getmold Nr. 38 bezeichnet wurde. Damit schließt sich der Abstammungskreis mit Karl Georg Wilhelm Schröder..

 

Ihr Sohn und Hoferbe Heinrich Schröder heiratete am 14.10.1920 (in Pr. Oldendorf) Marie Nierhaus (geb. am 10.10.1897 in Offelten).

 

Heinrich Schröder (29.07.1893 - 16.09.1953) + Marie Nierhaus (10.10.1897 - 15.03.1986)

 

Aus deren Ehe gingen die Kinder Werner (geb. am 20.09.1922 in Getmold) und Helga (geb. am 07.02.1931 in Getmold) hervor. Der Hoferbe Werner heiratete am 29.04.1955 (in Pr. Oldendorf) Lieselotte Schulze (geb. am 04.12.1925 in Stockhausen). Werner Schröder verstarb am 09.07.1999 (in Lübbecke) und hinterließ außer seiner Ehefrau Lieselotte (verstarb am 09.12.2006), die Söhne Wolfgang und Hans-Dieter, die noch heute auf dem elterlichen Hof - der nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird - leben.

 

     

Werner Schröder und Ehefrau Lieselotte Schulze  (l.) und Helga Schröder (r.)

 

Anmerkung:

Familiennamen wurden oft zur Unterscheidung der Abkömmlinge von kinderreichen Familien im gleichem Ort oder Gebiet um Zusätze erweitert. So erklären sich die Namen Thase und Kleine-Thase, auch wenn es sich dabei um Geschwister handeln konnte. Auch die Schreibweisen der Namen (Tase bzw. Thase) wurde oft deshalb unterschiedlich geschrieben, weil der Kirchenbuchschreiber nur jemand war, der des Schreibens einigermaßen mächtig war. Wie bei Frauen früher üblich, wurde ihr Familienname im 2. Fall (Genitiv) geschrieben und erhielt das S angehangen. Deshalb wurde eine Vorfahrin einmal mit Kleine-Heemann und dann wieder mit Kleine-Heemanns beurkundet.

Viele Jahre später ist mit Einführung der ersten EDV - Anlagen (ca. 1970) in den Standesämtern noch einmal geschludert worden. Da die Programmierungssprachen grundsätzlich in Englisch gehalten waren und es hier keine Umlaute gab, konnten die Standesämter sich nur so helfen, indem sie vorübergehend (z.B.) den Familiennamen Möller einfach mit oe eingaben. Dieses wurde später (als die Programme auch mit Umlauten arbeiteten) aber keiner Berichtigung unterzogen.

  

Da mit Wirkung vom 7.12.1816 die Schreibweise von Familiennamen im alten Königreich Preußen verbindlich festgelegt wurde, sind auch heute noch nachträgliche Namensberichtigungen möglich, wenn Geburtsurkunden von vor 1816 vorgelegt werden.

 

 © 2007 Erhard Struckmeier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geburtsurkunde

Christian Möller 21.07.1807

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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