400 Jahre - Struckmeier

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1260 - 2010 = 750 Jahre Holsen

 

 (Dokumente pdf und teilweise auch Bilder können per Aufruf vergrößert werden)

Vorwort: 

 

Zur Linie Struckmeier in Reineberg/Hüllhorst ist anzumerken, dass sie der früheste urkundlich  (Urbar von 1646) bestätigte Beginn meiner  Ursprungslinie ist. Mein Stammeltern - Vorfahre (8 x Ur-), war der ca. 1610 geborene Viertelmeier Johan Struckmeyer, der als Eigenbehöriger des Gutes Groß Eickel den Hof Holsen Nr. 16 (siehe hierzu die Erläuterungen im Stammbaum Blutlinie und das Kapitel Name/Ursprung) bewirtschaftete. Seine Ehefrau wurde nicht eingetragen, so dass hierüber keine Angaben in Urkunden vorhanden sind. 

 

1646 Urbarium des Amts Reineberg

Die älteste urkundliche Erwähnung meines Vorfahren Johan Struckmeyer mit seinen Abgabeverpflichtungen.

 

Stammbaum Blutlinie  

 Johan bis Erhard Struckmeier (pdf)

 

 

 

 

 

 

Giebelansicht des 1878 erbauten neuen Hofes Struckmeier Holsen Nr. 16.

 

Torbogeninschrift über der Deelentür Struckmeier Holsen Nr. 16, die Anton Heinrich und seiner Ehefrau Anna Marie, geb. Düker neu erbauten. Sein Bruder Karl Struckmeier hatte sich zwecks Wohnrecht am Neubau finanziell beteiligt. Der Hofname Struckmeier ist 1926 ausgestorben und durch Einheirat in Hof Rösener übergegangen.

 

Hof Holsen Nr. 16, heute Holsener Str. 142, 32609 Holsen (Hof Rösener)

  

Sein Sohn Gerdt Struckmeyer (1641 - 20.10.1733) und dessen Ehefrau Katharina U. (1634 - 21.10.1724) übernahmen den Viertelmeier - Hof 16 als Eigenbehöriger des Junckers Hanxleden (Gut Groß Eickel).

 

Als Nachfolger von Gerdt war dessen Sohn Tönies Struckmeier (ca. 1667 - 08.11.1725) Hofbesitzer Holsen Nr. 16. Seine Ehefrau ist namentlich nicht erwähnt, ihre Daten (1676 - 09.01.1726) jedoch als Randnotiz (N.N.) vermerkt.  

 

Seine Tochter ist meine Oberelternmutter (5 x Ur-)  Anna Catharina Maria Struckmeier (1704 - 12.10.1762), die den Hof Holsen Nr. 16 übernahm. Sie heiratete am 08.03.1727 den Ackersmann Jürgen Heinrich Nieder - Brinkhoff (1697 - 21.02.1774) der den Hofnamen Struckmeier annahm. 

 

Ihr Sohn, mein Alturgroßelternvater (4 x Ur-) Hermann Henrich Struckmeier (14.03.1728 - 05.11.1808), heiratete am 17.10.1752 in I. Ehe Anna Catharina Maria Meier (1731 - 27.03.1764), am 09.07.1764 in II. Ehe Anna Maria Ilsabein Böckers und in III. Ehe Anna Marie Ilsabein Wielen (14.10.1759 - 21.01.1815). Aus diesen drei Ehen sollen 16 lebende Kinder hervorgegangen sein, von denen acht Kinder zur Zeit namentlich ermittelt werden konnten.

 

Aus dieser III. Ehe stammt mein Altgroßelternvater (3 x Ur-), der Heuerling am Gut Reineberg, Ernst Henrich Struckmeier (19.02.1785 in Holsen Nr. 16  - 14.04.1837 in Reineberg), der in Schnathorst am 12.11.1811 Anna Catharina Louise Bökenkröger (10.09.1790 in Hüllhorst - 04.09.1844 in Hüllhorst) heiratete. Bei ihrem Sterbeeintrag war vermerkt, dass sie 7 Kinder (5 Jungen und 2 Mädchen) hinterließ.

 

Anmerkung:

Ernst Henrich musste in der Erbfolge seinem Halbbruder Johann Jürgen Struckmeier aus I. Ehe seines Vaters die Erbfolge überlassen, sodass der Hof Nr. 16 in dessen Linie weiter geführt wurde.

 

Eines dieser Kinder war mein Altelternvater ( 2 x Ur-), der Heuerling Heinrich Ludwig Struckmeier (geb. am 19.02.1817 in Ahlsen b. Nr. 7 - verstorben am  07.09. 1852 in Oberbauerschaft b. Nr.80, heute Reineburgweg 25 - Horst´s Höhe). Er heiratete am 03.11.1843 in Lübbecke die Haustochter Sofie Luise Charlotte Kottkamp (24.03.1817 in Lübbecke - 12.12.1873 in Oberbauerschaft b. Nr. 112, heute Salzstr. 5 - Horst`s Höhe).

 

Horst´s Höhe war ein ehemaliges Landgasthaus auf der Bergkuppe nach Lübbecke, welches dem Ausbau der B 239 weichen musste. Rechts geht es in Richtung Lübbecke, links in Richtung Stift Quernheim. Die Draufsicht wurde von der Straße aus Richtung Ahlsen - Reineberg aufgenommen. Diese Postkarte wurde 1907 verschickt und vom damaligen Wirt Willy Sölter angefertigt.   

 

Nach ihrer Eheschließung zog das Ehepaar zu den Eltern Kottkamp der Braut, Reineberg 22, heute Lage 15 in Hüllhorst, wo die Zwillinge Carl Friedrich am 10.07. und Heinrich Ludwig am 11.07.1844 geboren wurden. Heinrich Ludwig verstarb bereits am 09.08.1844 an Kinderschwäche. Von hieraus zog das Ehepaar Struckmeier - Kottkamp auf den Hof Schnepel nach Oberbauerschaft Nr. 85, wo sie eine Heuerlingsstelle annahmen. Hier wurde dann ihr Sohn Heinrich Friedrich Wilhelm am 22.05.1848 geboren. Er verstarb im Kleinkindalter von drei Jahren und vier Monaten am 17.09.1851. 

Es folgte ein weitere Umzug nach Oberbauerschaft 80, heute Reineburgweg 25 - Horst`s Höhe, wo die Tochter Anna Marie Luise Charlotte am 03.01.1852 geboren wurde. Hier verstarb auch ihr Vater Heinrich Ludwig Struckmeier am 07.09.1852 an Körperschwäche. Seine Witwe verzog nach Oberbauerschaft Nr. 112, heute Salzstr. 5 - Horst´s Höhe, wo sie dann auch verstorben ist. Ihre 24-jährige Tochter Anna Marie Luise Charlotte heiratete als Dienstmagd am 01.09.1876 (kirchlich in Lübbecke und standesamtlich in Hüllhorst 26/1876) den am 24.08.1850 in Remerloh geborenen Maurer Carl August Rührup. Sie verstarb am 09.01.1923 in Oberbauerschaft bei Nr. 34, und soll sechs Kinder hinterlassen haben.   

 

Anmerkung:

Das Ehepaar Struckmeier - Kottkamp hatte nach Aktenlage wohl harte Schicksalsschläge, mit den Todesfällen der beiden Söhne im Kindesalter und dem ständigen Wohnungswechsel, bedingt durch seine Tätigkeit als Tagelöhner/Heuerling, zu überstehen. Auch die Todesursache des Vaters, Körperschwäche mit 35 Jahren zeugt davon, dass sein Leben der harten Heuerlingsarbeit und der bescheidenen Ernährungslage nicht gewachsen war. 

Mein Vater kann sich als Zeitzeuge noch gut an seine Großtante Anna Marie Luise Charlotte Rührup erinnern, weil er mit seiner Großmutter (geb. Fülling) von Offelten aus mit der Bahn nach Lübbecke fuhr, um mit ihr (um 1916) über den Berg in der Nähe von Horst`s - Höhe mit  zu Besuch nach "Tante Marie" zu gehen. Dort wurden die mitgebrachten Zwiebäcke und der Kaffee getrunken, bevor es wieder zurück nach Lübbecke zum Bahnhof ging.  

 

Mein Urgroßvater ( 1 x Ur-) Carl Friedrich Struckmeier (10.07.1844 in Reineberg - 30.06.1904 in Offelten/Pr. Oldendorf) ging nach dem Tod seines Vaters zu seinen  Großeltern, dem Schäfer  Heinrich Ludwig Kottkamp und dessen Ehefrau Anne Marie Luise Bösch aus Oberbauerschaft, in Reineberg Nr. 22, um dort das Schäferhandwerk zu erlernen. 

 

Die Offelter–Linie Struckmeier begann am 07.04.1876

 

 

mit der Hochzeit meines Urgroßvaters, des Hüllhorster Schäfers Carl Friedrich Struckmeier (10.07.1844 – 30.06.1904), der mit seiner Schafherde oft auch die Landstriche Holzhausen und Offelten (saisonal auch in der Senne und Bückeburg) beweidete. Dabei muß er wohl die hübsche Karoline Luise Charlotte Fülling (27.07.1850 – 22.10.1931) kennen- und liebengelernt haben. Struckmeier hatte sich in Offelten Nr. 16 vor der Ehe ein Zimmer besorgt, damit er nicht immer in der Schäferkarre schlafen musste.

 

Anmerkung:  

Vom Schäfer Struckmeier ist überliefert, dass er bei seinem Tode noch alle Zähne hatte, und 1903 die Folgen eines schweren Hagelunwetters - welches alle Dachpfannen in Offelten zerstörte - beheben musste, und danach an seinem im Frankreichfeldzug 1870/71 zugezogenen Lungenleiden verstarb. 

 

Ihre Liebe blieb nicht lange ohne Folgen, denn mit Tochter Klara kündigte sich Nachwuchs an. Ob ihr Vater Friedrich Wilhelm Fülling mit dem Schäfer Struckmeier als Schwiegersohn erst nicht einverstanden war, oder ob der Schäfer Struckmeier von einer Heirat „überzeugt“ werden musste, ist unbekannt. Zur am 16.12.1875 unehelich geborenen Tochter Klara bekannte er sich beim Geburtseintrag. Geheiratet hat er die Mutter seines Kindes jedoch erst am 07.04.1876. Der "Frauenhaushaushalt" seines Schwiegervaters Fülling  bekam damit  einen weiteren Mann ins Haus.

   

    

                      Friedrich Wilhelm Fülling Steckbrief (pdf)                                                        Geburtsurkunde Klara

 

Auf die Vorfahren meiner Urgroßmutter Karoline Luise Charlotte Fülling (1850 – 1931), und die Linie ihrer Mutter Niing (es gibt auch die Schreibweise Niehing, sie stammt aus Harlinghausen und ist dort bis 1556  durch Dr. Wilhelm Große-Nobis erforscht) und ihres Vaters Fülling gehe ich nur kurz gesondert  ein, da hierüber unser Sippenmitglied Dr. Wilhelm Große-Nobis mit seiner Arbeit „Zwei Offelterinnen in Bückeburg“  eine hervorragende Dokumentation und weitere Sippendiagramme erstellt hat. Dennoch meinen aus Eilstedt/Hüsede (damaliger Kreis Bad Essen) stammenden Ur-Ur-Großvater Friedrich Wilhelm Fülling (01.10.1822 in Eilstedt/Hüsede – 14.01.1893 in Offelten) hier nicht würdigend zu erwähnen, wäre eine respektlose Unterlassung. Mit seinem handwerklichem Können und seinem Fleiß ist er als Wandertischlermeister eine Persönlichkeit gewesen, der man seiner Zeit mit Ehrfurcht und Respekt begegnete (s. auch Ausführungen und Zitatensammlung von Dr. Wilhelm Große-Nobis). Sein Steckbrief ist unter seinem Bild aufrufbar und unterstreicht seine Verdienste um das Entstehen der Sippenlinie Struckmeier in Offelten.   

 

Von den vier Kindern (Töchter) der Eheleute Friedrich Wilhelm Fülling und Anna Maria Ilsabein Niing

 

Marie Louise Charlotte 18.10.1848 - 28.12.1849 als Kleinkind verstorben
Karoline Luise Charlotte 27.07.1850 - 22.10.1931 Ehefrau vom Schäfer Struckmeier
Anne Marie Louise 21.10.1852 - 13.03.1853 als Kleinkind verstorben
Clare Louise 27.03.1854 - 05.11.1903 unverheiratete Köchin in Bückeburg

 

war nur meine Urgroßmutter Karoline Luise Charlotte verheiratet.

 

Carl Friedrich Struckmeier und Ehefrau Karoline Luise Charlotte Fülling

 

 

Hof Offelten Nr. 31, links der später angebaute Schafstall, heute Glockenweg 1, Pr. Oldendorf 

 

Aus der Ehe gingen insgesamt vier Kinder (ein Sohn und drei Töchter) hervor.

 

Rufname geboren  - verstorben Heiratsdatum Ehepartner

Clara 16.12.1875 – 29.11.1947 17.04.1909 Gröne, Friedr.-Wilhelm

Friedrich 06.12.1877 – 23.03.1955 24.10.1902 Schröder, Charlotte

Charlotte 12.08.1879 – 20.03.1893 --- ---

Elisabeth 27.09.1881 – 14.01.1958 26.09.1902 Gröne, Heinrich

 

Die Schwestern

 

Clara Luise Charlotte Struckmeier heiratete Friedrich-Wilhelm Gröne und hatte eine Tochter Käthe, sie heiratete Wilhelm Große-Nobis und hatte mit ihm einen Sohn (Dr. Wilhelm Große-Nobis) der in Münster als Dozent an der Uni arbeitete und mit seiner Familie dort auch lebt.

 

Elisabeth Struckmeier heiratete Heinrich Gröne und hatte mit Marie (Abkömmlinge: Wilhelm und Heinrich Spreen), Charlotte  (als Kleinkind verstorben), Heinrich (Abkömmlinge: Horst und Inge), Friedrich (keine Abkömmlinge) und Elisabeth (Abkömmling: Marlies Loheide) fünf Kinder. Sie werden von mir mit ihren Abkömmlingen im nicht öffentlichen Familiendiagramm weiter aufgeführt.

 

Mein Großvater Heinrich Friedrich Wilhelm Struckmeier (06.12.1877 – 23.03.1955) war von Beruf Maurerpolier und Nebenerwerbslandwirt (im Winter fertigte er Weidenkörbe und Reisigbesen) und lebte bis zu seinem Tode in Offelten Nr. 31. Er heiratete am 24.10.1902 Anna Wilhelmine Charlotte Schröder aus Getmold Nr. 38.

 

  

Charlotte Schröder + Friedrich Struckmeier (li) kurz vor ihrer Ehe 1902 und als Silberhochzeitspaar 1927 mit

ihren Kindern (v.l.) Friedrich, Karl, Luise, Wilhelm und Heinrich, sowie Karoline Struckmeier, geb. Fülling.

 

Friedrich + Charlotte Struckmeier 1933 + 1940 (r.) wenige Tage vor Charlottes Tod

 

 

Die im Jahre 1510 erbaute Kirche in Pr. Oldendorf ist Mittelpunkt bei Taufen, 

Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen für Generationen von Sippenmitgliedern gewesen.  

 

Aus dieser Ehe gingen 6 Kinder (fünf Söhne und eine Tochter) hervor.

 

  Rufname geboren  -  verstorben Heiratsdatum Ehepartner

Wilhelm 11.12.1903 – 22.12.1995

24.05.1929 

Schmidt, Sofie

Luise 30.04.1905 – 10.11.1959

15.06.1933

Haake, Heinrich
  Karl-Friedrich 01.06.1907 – 15.07.1907

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Heinrich 23.08.1908 – 17.03.2002

04.09.1936

Kettler, Marianne

Karl 13.08.1910 – 11.03.1990

18.04.1935

Kuhlmann, Sophie

Friedrich

31.12.1912 – 01.11.1974

15.03.1940

Hangsleben, Lina

 

Alle Struckmeier und ihre Partner aus Offelten 31 sind auf dem Friedhof in Pr. Oldendorf beerdigt. Lediglich Heinrich Struckmeier und seine Ehefrau Marianne sind in Bielefeld (Alter Friedhof Jahnplatz) in Wandurnenkammern beigesetzt. Mit Ausnahme von Luise (starb wie ihre Mutter an Herzembolie) und Friedrich Struckmeier (starb an Lungenkrebs) sind alle anderen Sippenmitglieder an Altersbeschwerden (teilweise über 90-jährig) verstorben.

 

Da der jüngste Sohn Friedrich Struckmeier (seine Frau Lina wollte keine Landwirtschaft betreiben) die Hoferbschaft ausschlug und die anderen Söhne Eigentum bzw. sich beruflich anders orientiert hatten, erklärten sich Tochter Luise und Ehemann Heinrich Haake (die von Diepholz nach Offelten gezogen waren) bereit, den Hof Offelten Nr. 31 zu übernehmen. Sie verpflegten meinen nach dem Tode seiner Ehefrau Charlotte Schröder alleine lebenden Großvater Friedrich Struckmeier bis zu seinem Tode im gemeinsamen Haushalt. Heinrich Haake verließ als Witwer den Hof  Offelten, Glockenweg 1,  und veräußerte ihn 1985. Damit war die Ära Fülling - Struckmeier - Haake in  Offelten nach 120 Jahren beendet. (s. auch Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Nr.2,  vom Westfälischen Amt für Landschafts- und Baukultur, "Offelten" Portrait eines Dorfes im Mindener Land an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert, Seiten 110 und 111)

 

In Pr. Oldendorf lebten und arbeiteten die Brüder Wilhelm (Tischler, Abkömmlinge: Wilfried, Friedhelm und Helmut), Karl (Bäckermeister, Abkömmlinge: Karl-Heinz, Erhard und Friedel) und Friedrich (Tischler, Abkömmling: Fritz). Bruder Heinrich (Feinmechanikermeister, Abkömmlinge: Bernd und Heinz) hatte es beruflich nach Bielefeld verschlagen. Schwester Luise lebte mit Ehemann und ihren beiden Kindern (Günter und Lieselotte) bis zu ihrem Tode in Offelten. Heute lebt als einziger Nachkommen der Linie Struckmeier, Fritz (Sohn von Friedrich) in Pr. Oldendorf.

 

Alle lebenden Abkömmlinge werden von mir nur im Sippendiagramm (vertraulicher Teil) weiter mit Daten geführt.

 

Mein Vater Karl Struckmeier (13.08.1910 - 11.03.1990) erlernte bei Balshüsemann in Levern das Bäckerhandwerk. Seine Gesellenzeit verbrachte er bis zu seiner Meisterprüfung in Bielefeld. Hier lernte er meine Mutter Sophie Kuhlmann (02.03.1910 - 22.01.1986) auf einem Handwerkerball der Bielefelder Bäckerinnung kennen.

 

 

Ausflug Gesellenverein Bielefeld (v.r.) Martha Möller und Heinrich Schrage (mein späterer Lehrmeister und seine Frau) Meine Eltern Karl Struckmeier und Sophie Kuhlmann (stehend)

 

Die angepachtete Bäckerei und Konditorei Stapel (Schaufenster und mein Bruder Karl-Heinz) 

 

 

Karl Struckmeier (links) und sein Meisterbrief (rechts)

 

Mein Vater machte sein aus Bielefeld mitgebrachtes Bienenstichkuchenrezept bekannt, das man vorher in Pr. Oldendorf und Umgebung nicht kannte. Er war mit seinen neuen Kuchen-, Gebäck- und Tortenangeboten sehr erfolgreich und legte das verdiente Geld leider auf Sparbücher (Karl-Heinz hatte 18.000 Reichsmark und ich 11.000 Reichsmark) falsch an, da es später durch die Währungsreform ungültig wurde. Um die verlorenen Werte zu dokumentieren sei angemerkt, dass seinerzeit ein doppelstöckiges Haus 11.000 Reichsmarkt kostete. Die Möglichkeit die angepachtete Immobilie zu kaufen oder einen Neubau zu erstellen war damit vertan. Die immer von ihm angestrebte Selbstständigkeit, in eigenen Räumlichkeiten, ist meinem Vater danach nicht mehr gelungen.    

 

Am 18.04.1935 heirateten sie standesamtlich in Bielefeld (kirchlich in Pr. Oldendorf), zogen nach Pr. Oldendorf und betrieben dort die angepachtete Bäckerei und Konditorei Stapel.

 

 

Hochzeitspaar 1935,  Karl und Sophie Struckmeier, geb. Kuhlmann.. Goldenes Hochzeitspaar 1985

 

1939 musste mein Vater den Kriegsdienst aufnehmen und meine Mutter führte das Unternehmen zunächst alleine mit dem alten dienstverpflichteten Bäckermeister Stapel weiter, bevor sie es aufgrund  der damit verbundenen Schwierigkeiten letztendlich doch aufgeben musste.

 

Nach Kriegsende und Gefangenschaft konnte sich mein Vater bereits im Herbst 1946 wieder mit seiner Familie, die zwischenzeitig auf drei Söhne angewachsen war, vereinen.    

 

Rufname

geboren  -  verstorben

Heiratsdatum

Ehepartner

Karl-Heinz Friedrich

22.07.1936 – 27.02.1968

1965

Wäschke, Hannelore

Erhard  Wilhelm

* 1942

1963

Bredenkötter, Christel

Friedel  Heinrich

01.10. 1944 - 29.07.2015

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unverheiratet

 

Er zog mit seiner Familie aus der bisherigen Betriebswohnung Stapel in die Jahnstr. 10 (Eickmeier) und arbeitete noch in zwei weiteren Bäckereien  (Lecon + Grupe)  in Pr. Oldendorf, bevor er das Angebot der Inhaberin der Bäckerei Grupe annahm, noch einige Zeit bei ihr als Bäckermeister zu arbeiten, um dann ihren Betrieb mit Kaufoption zu pachten.

Seinem Grundsatz folgend "eine Familie muß immer eine sichere Bleibe besitzen" baute er 1958 ein Eigenheim an der Weststr. 36 in Pr. Oldendorf.

 

Wohnhaus Pr. Oldendorf, Weststr. 36

(Wurde 1993 vom Erben Erhard an Frau Susanne Möhrings-Körber verkauft)

 

Nach meinem schweren Verkehrsunfall 1961 war die von meinem Vater auch für mich geplante Zukunft in der Bäckerei Grupe unmöglich geworden. Er gab daraufhin seinen Beruf auf und wechselte zur Bundeswehr auf dem ehemaligen Lufttanklager in Pr. Oldendorf. Hier verbrachte er die letzten Berufsjahre bis zu seiner Pensionierung im Bundeswehrdepot mit der Lagerverwaltung  für Bäckerei- und Schlachtereiausstattungen.

 

Sowohl die Silberne Hochzeit wie auch die Goldene Hochzeit konnten meine Eltern in Pr. Oldendorf erleben, bevor meine Mutter Sophie (sie war schon körperlich geschwächt)  am 22. 01.1986 im Krankenhaus Lübbecke (75-jährig) an Altersschwäche verstarb. Mein Vater lebte noch bis kurz vor Weihnachten 1989 alleinstehend in Pr. Oldendorf, bevor er als Pflegefall in meinen Haushalt nach Bünde kam. An seinem schnellen körperlichen und geistigen Verfall verstarb er fast 80-jährig am 11.03.1990.

    

(Silberne Hochzeit mit Söhnen (v.l. Karl-Heinz † 1968, Friedel † 2015 und Erhard)

 

Goldene Hochzeit 18.04.1985

 

Mein Bruder Karl-Heinz erlernte in Pr. Oldendorf das Elktrohandwerk. Nach einigen Gesellenjahren in verschiedenen Unternehmen wechselte er in die Fernmeldebranche. Bis zu seinem frühen Verkehrsunfalltod (27.02.1968) war er bei einer Spezialfirma mit der Montage und Einrichtung von Fernmeldeschaltanlagen in den Postämtern beschäftigt. Er hinterließ seine junge Ehefrau Hannelore, die er 1965 in Espelkamp geheiratet hatte, mit einem fast 3-jährigen Sohn und einer ungeborenen Tochter. Sie lebt noch heute im kurz vor seinem Tode fertiggestellten Reiheneigenheim in Lübbecke. Sohn Axel ist zwischenzeitig selbst Vater von zwei Kindern  und Tochter Beate Mutter einer Tochter.

 

Mein Bruder Friedel war nach seiner Schulentlassung in Pr. Oldendorf, Lübbecke und Lippstadt als gewerblicher Arbeitnehmer beschäftigt. Er blieb unverheiratet und kinderlos und lebte bis zu seinem Tod am 29.07.2015 (Herzinfarkt)  als Rentner in Herford.

 

Meine persönliche und berufliche Zukunft war durch meine Eltern vorbestimmt, denn ich sollte Bäcker (wurde damit auf die Volksschulbildung festgelegt) werden und hatte demnach 1957 in Bielefeld das Bäckerhandwerk (bei seinem Freund, aus gemeinsamer Gesellen- und  Bäckermeisterzeit in Bielefeld,   Heinrich Schrage, Langenhagen) zu erlernen. Nach einer gewissen Gesellenzeit in verschiedenen Betrieben sollte ich dann mit meinem Vater den Betrieb Grupe übernehmen; eine passende Ehefrau aus Kollegenkreise war seine Zielvorstellung.

Nach meiner Lehrzeit arbeitete ich in Bad Oeynhausen, Bünde und Hamburg als Bäckergeselle. Nachdem ich mich am 03.09.1961 von meinen Eltern in Pr. Oldendorf und meiner Freundin und heutigen Ehefrau Christel in Südlengern/Bünde (sie war sehr zum Leidwesen meiner Eltern keine Kollegentochter) für die große Fahrt auf See verabschiedet hatte (Ich hatte auf der Hanseatic als Bäcker und Konditor angeheuert und musste am 04.09.1961 im Hamburger Hafen an Bord gehen.) änderte sich mein Leben in den Abendstunden durch einen schweren Verkehrunfall bei Jakobidrebber/Diepholz. Ein stark alkoholisierter Pkw-Fahrer hatte mich auf meiner Fahrt nach Hamburg auf meiner Kreidler (Kleinkraftrad) frontal angefahren und schwerstverletzt. Es folgten zahlreiche Operationen, denen ich mich in Diepholz (Knochenbruch + Gasbrand), Düsseldorf (schwere Schultereckgelenkspengung) und Augsburg (Adernverlegung) unterziehen musste.

 

Bild wurde 14 Tage vor dem Unfall aufgenommen.   

 

 

Dieses ist die Originalausführung in Farbe, die ich 1961 mit Knieblech erworben habe. Die Kreidler wurde in den Jahren 1960-61 gebaut, hatte 50 PS und konnte ein Geschwindigkeit von 80 - 90 km/h erreichen.

 

Nach meinem Genesungsprozess 1964 erfolgte durch die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel u. Gaststätten eine Umschulung (Zigarrenfabrik Kessing & Thiele, Bünde) zum Industriekaufmann. Am 01.12.1967 nahm ich in einem Betrieb der Bünder Metallindustrie (Rohrbogenwerk Siekmann, Bünde) mein erstes Beschäftigungsverhältnis als Personalsachbearbeiter auf. Nach einigen Weiterbildungsmaßnahmen durch Institute der Deutschen Wirtschaft entwickelte sich meine weitere berufliche Karriere bis zum Personalleiter. Hinzu kamen zahlreiche Verpflichtungen in Verbänden (NS + NRW) der Industrie und Sozialversicherungen sowie als geschäftsführender Vorsitzender  des von 24 Arbeitgebern getragenen Werksarztzentrums Bünde e.V. (von 1975 bis 1980), dem 7.000 Beschäftigte angehörten. Es folgte noch eine Berufung als persönlicher Assistent eines Betriebsinhabers mit den Schwerpunkten Finanzen, Betriebsorganisation und Personalmanagement . Danach führte ich als kaufmännischer Leiter einer Großhandlung meine letzte  Tätigkeit im 43. Berufsjahr aus und wechselte am 01.06.2002 in die Altersrente für Schwerbehinderte.  

 

Am 27.06.1963 heiratete ich die Bekleidungstechnikerin Christel Bredenkötter im Standesamt Ennigloh (heute Stadtteil von Bünde) mit der ich seit dem 10.06.1962 verlobt war. 

 

  

 Hochzeits-, Silber- und Goldhochzeitspaar Erhard und Christel Struckmeier, geb. Bredenkötter.

 

Wir bauten uns 1968 ein Eigenheim am Doberg in Südlengern (heute Stadtteil von Bünde)  und erweiterten unsere Familie um zwei Söhne.  Hier feierten wir 1988 das Fest der Silberhochzeit und 2013 das Fest der Goldenen Hochzeit.

 

Rufname

geboren  -  verstorben

Heiratsdatum

Ehepartner

Anke

05.12.1963 – 29.03.1964 (plötzlicher Kindstod)

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Stefan

* 1968

1997

Pögel, Anja

Meik

* 1972

1997

Jakob, Regina

 

Silberhochzeitspaar Erhard und Christel mit ihren Söhnen Stefan (r.) und Meik Struckmeier.

 

 

Hochzeitsbilder Stefan mit Anja (l.) und Meik mit Regina.

 

Unser Sohn Stefan (Beamter/Lehrer) hat uns mit vier Enkelkindern und unser Sohn Meik (Steuerfachangestellter)  ebenfalls mit vier Enkelkindern beglückt (siehe Widmung), so dass die Sippenlinie vorerst gesichert ist.   

   

Erstmalig lud Erhard Struckmeier im August 2002 die Abkömmlinge von Wilhelm, Luise, Heinrich,  Karl und Friedrich Struckmeier zum Cousin- und Cousinentreffen ein. Dieses Treffen hat sich mit wechselseitigen Einladungen bis jetzt etabliert.

 

1. Sippentreffen 2002 bei Erhard Struckmeier.

v.l. stehend: Gisela, Maximilian-Karl, Axel, Günter, Wilhelm † 2006, Erhard, Friedhelm, Heinz, Bernd, Christel und Friedel † 2015  

 v.l. sitzend: Adela, Heidelinde, Gabriele, Lieselotte † 2018,  Anna-Luise, Lisa, Beate mit  Maximilian und Hannelore 

 

4.  Sippentreffen 2005 bei Heinz.

(Im Kreis: v.l.: Friedhelm u. Heidelinde, Lieselotte u. Fritz, Wilhelm † 2006 u. Lieselotte † 2018, Brigitte Honsel u. Bernd, Christel, Friedel † 2015, Heinz u. Gabriele)

 

6. Sippentreffen 2007 bei Bernd.

Blutlinie v.l.:  Günter, Bernd, Lieselotte † 2018, Friedhelm, Heinz,  Fritz, Friedel † 2015, Erhard und Helmut.

(Der in Holland lebende Helmut ist per Fotomontage eingefügt worden)

 

6. Sippentreffen 2007 bei Bernd.

(Die Frauen v.l.: Brigitte Honsel, Gabriele Strukmeier, Christel Struckmeier, Gisela Haake, Heidelinde Strukmeier und Lieselotte Meier † 2018)

 

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