Karl Struckmeier

 

Familienbuch 1902

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschrift

Kirchenbuch Hüllhorst 1817

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort

(um die Dokumente zu vergrößern bitte anklicken)

 

Zur Familien- bzw. Ahnenforschung, die Fachbezeichnung lautet Genealogie, bin ich durch Zufall gekommen. Auf der Geburtstagsfeier meines Vaters Karl Struckmeier, am 13. August 1974, unterhielten sich sein Bruder und mein Patenonkel Wilhelm Struckmeier über die richtige Schreibweise des Familiennamens. Bis dahin war mir unbekannt, dass die Schreibweise mit oder ohne c in der Sippe unterschiedlich gesehen und gehandhabt wurde, da die standesamtlichen Unterlagen meines Vaters und seiner Abkömmlinge alle das c im Familiennamen hatten. Beiden erklärte ich, dass in dieser Frage das Familienbuch ihres Vaters und meines Großvaters Friedrich Struckmeier schnell die gewünschte Klarheit ergeben würde. Mein Vater war im Besitz dieses Familienbuches, und wir staunten, dass darin der Familienname gleich 3 Mal  - Strukmeyer – Strukmeier – Struckmeier -  unterschiedlich geschrieben und 1902  amtlich besiegelt worden war. Jetzt war für uns die Verwirrung komplett und in mir der erste zarte Ansatz einer umfassenden Familienforschung geboren.

 

Mein Vater legte das Familienbuch seines Vaters im Standesamt Pr. Oldendorf vor, und man gab ihm zu erkennen, dass man 1902 im Standesamt wohl „Mist gebaut“ habe und die damaligen Beamten nicht mit den heutigen zu vergleichen wären. Sicher sei in der Schreibweise Struckmeier jetzt gar nichts mehr, und da das Geburtsregister seines Vaters auch die Eintragung ohne c aufweise, könnte nur die Geburtsurkunde seines Großvaters Carl Friedrich Struckmeier Klarheit bringen.

 

Mein Vater übergab mir 1976 einen Auszug aus dem Taufregister Hüllhorst (Jahrgang 1844, Nr. 24), der die Schreibweise mit c bestätigte. Auch der Vater des Kindes, Heinrich Ludwig Struckmeier, war darauf mit dieser Schreibweise ausgewiesen. Da nun alles geklärt sei, sollte ich diese Urkunde dem Standesamt Pr. Oldendorf zuschicken und den Berichtigungsantrag stellen. Am 2.2.1976 bestätigte mir das Standesamt, dass jetzt vieles dafür spräche, dass die richtige Schreibweise mit c anzunehmen sei. Für ein Berichtigungsverfahren reiche die eingereichte Geburtsurkunde aber nicht aus, da mit Wirkung vom 7.12.1816 die Schreibweise von Familiennamen im alten Königreich Preußen verbindlich festgelegt wurde. Deshalb wären für eine Berichtigung Unterlagen der Vorfahren aus dem Jahre 1816 erforderlich. Nach Vorlage dieser Unterlagen würden dann alle Personenstandseinträge seit Beginn der staatlichen Registerführung ab dem 1.10.1874 (lt. Reichsgesetz v. 6.2.1875, Gesetzblatt 1875, Seite 27 ) in die Wege geleitet. Diese Aufgabe wollte mein Vater übernehmen und danach beim Standesamt Pr. Oldendorf alles weitere regeln.

 

Erst nach dem Tode meines Vaters (11.03.1990) erfuhr ich von seinem Bruder und meinem Patenonkel Wilhelm Struckmeier, dass er wohl im Archiv des Kirchenamtes Lübbecke gewesen war, dort sich aber scheute, am Bildschirmgerät die verfilmten Kirchenbücher anzuschauen. Dieses Gespräch fand nach seinem 92. Geburtstag , 3 Tage  vor seinem Tode am 22.12.1995, statt.

 

In den letzten Jahren habe ich ihn immer einige Tage nach seinem Geburtstag besucht, um ihm aus herzlicher Verbundenheit ungestört und ohne Hektik zum Geburtstag zu gratulieren und mit ihm Kaffee zu trinken. Diesen Besuch kündigte ich telefonisch immer Tage vorher an, doch dieses Mal sagte er mir, ich sollte noch in derselben Woche kommen, denn es wäre sein letzter Geburtstag, und er wolle nicht mehr. Bei diesem für mich sehr bewegenden Gespräch versprach ich ihm, die Angelegenheit mit der Schreibweise Struckmeier in seinem und meines verstorbenen Vaters Sinne abzuschließen. Er sagte daraufhin zu mir: „Junge, dass du das für uns Struckmeiers erledigst, macht mich dankbar, und es beruhigt mich sehr. Denn ich weiß, dass wir uns mit c schreiben und habe auf den Grabsteinen meines Sohnes Wilfried und meiner Frau Sofie den Familiennamen so schreiben lassen, und auf meinen Grabstein wird er auch so geschrieben“. Wie gewohnt, und aus alter Tradition tranken wir zum Abschied einen Wacholder Schnaps, und er sagte zu mir: „Ich sage nicht Auf Wiedersehen, denn das wird es nicht geben“. 3 Tage später war mein Patenonkel Wilhelm Struckmeier friedlich eingeschlafen, und ich hatte mich an mein Versprechen, das ich als Ehrenpflicht ansah, zu halten.

 

 (Sofie, Wilfried und Wilhelm Struckmeier ca. 1938)

 

     

Grabplatten

(Friedhof Pr. Oldendorf)

 

Erst am 15.02.1999 fand ich im Kirchenbuch 1817, Nr. 22, den gesuchten Geburtseintrag (19.2.1817) von Heinrich Ludwig Struckmeier; hier war auch Ernst Heinrich Struckmeier als Vater eingetragen. Mit dieser Geburtsurkunde und der schriftlichen Zustimmung zur Namensänderung vom letzten lebenden Sohn meines Großvaters, Heinrich Struckmeier, habe ich den Standesbeamten aufgesucht und die Namensberichtigung eingeleitet.

 

Ab November 2000 ist die direkte Linie Struckmeier durchgehend berichtigt. Sie ist damit für die Zukunft verbindlich festgehalten, und alle Abkömmlinge, die von Friedrich Struckmeier abstammen, können eine Berichtigung vornehmen lassen. Die Daten von Heinrich Struckmeier († 17.03.2002) sind aufgrund seines Antrages im Geburts- und Heiratsregister berichtigt.

Da Berichtigungen mit viel Arbeit in den einzelnen Standesämtern, speziell in Pr. Oldendorf, verbunden sind, bin ich so mit dem Standesbeamten verblieben, dass er von Amts wegen nicht für alle Struckmeier tätig werden soll und ich die Berichtigung nicht einfordere. Nach meiner Meinung soll es allen Struckmeier selber überlassen bleiben, ob sie eine Berichtigung wünschen oder nicht.

 

Anmerkung: Die Schreibweise mit oder ohne c ist ein speziell im Standesamt Pr. Oldendorf entstandener und nachgewiesener Eintragungsfehler. Bei allen Schreibweisen und Sippenlinien, selbst bis zum Urbar von 1646, ist die Schreibweise ohne c nicht aufgetaucht. Unterschiedliche Schreibweisen mit y oder i sind vorhanden, was im Ermessen der jeweiligen Registerschreiber lag, da die Betroffenen Struckmeier (nachweislich noch bis zur Hochzeit Struckmeier - Bökenkröger 1811) nicht lesen und schreiben konnten. Der Prediger Heyer bestätigt in der Trauurkunde diesen Sachverhalt, weshalb er die Unterschriften für den Bräutigam und seine Mutter und für die Braut und deren Vater geleistet habe. Diese hätten jeweils mit +++ unterzeichnet. 

Alle Struckmeier mit y oder i geschrieben entstammen einer Ursprungslinie.              

 

 

Die fünf Geschwister (v.r.): Luise (1905-1959), Friedrich (1912-1974), Wilhelm (1903-1995), Heinrich (1908-2002) und Karl Struckmeier (1910-1990), sind nach dem deutschen Namensrecht im Familiennamen mit C zu schreiben.  

 

  

Namensberichtigungsantrag (l.) , Geburtsurkunde von Heinrich Struckmeier (r.)

© 2011 Erhard Struckmeier                           

 

 

 

 

Wilhelm Struckmeier

 

Geburtsurkunde

 Friedrich Struckmeier (08.12.1877)

 

 

Auszug Taufregister Hüllhorst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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